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Die Legende vom Winter-Karneval in St. Paul
Vor langer, langer Zeit vermählten sich Astraios, der Gott des Sternlichts, und Eos, die Göttin der zarten Morgenröte. Ihre Union wurde mit fünf Söhnen gesegnet: Boreas, Titan, Euros, Zephyr und Notos.
Als ältester Sohn wurde Boreas zum “König der Winde” erhoben; er gewährte jedem seiner Brüder große Stärke und Macht auf alle Zeiten.
Dem Titan überließ er den stürmischen Nordwind.
Dem Euros gab er die Herrschaft über den leichtsinnigen Ostwind.
Zephyr erhielt die Macht über den großzügigen Westwind.
Und Notos schenkte er den warmen Südwind.
Fröhlich tanzten die Brüder über Land und Meer.
Auf einer seiner zahlreichen Reisen entdeckte Boreas ein Winterparadies, genannt Minnesota. Er hielt ein, um die Schönheit einer lieblichen Gruppe von sieben sanft abfallenden Hügeln zu bewundern, in deren Mitte eine wunderschöne Stadt lag.
Begeistert rief Boreas aus: „Das ist das historische St. Paul und seine sieben Hügel! Ein idealer Ort! St. Paul soll die Hauptstadt aller meiner Ländereien werden. Von nun an solle es in der ganzen Welt heißen: St. Paul ist der Winterspielplatz im Reich des Boreas!“
Vulcanus Rex jedoch, Gott des Feuers und unerbittlicher Feind des Boreas, knisterte vor trotziger Wut. “Mit dem großen Schwert von Mars werde ich dem Getöse des Boreas mit der Hitze und dem Toben meiner Kräfte Einhalt gebieten.” Unermüdlich war er in seinem bitteren Widerstand gegen alle Festlichkeiten des Boreas.
Doch unverdrossen rief Boreas zu einer großen Feier im Geiste eines fröhlichen Karnevals auf. “So sei es!” rief Boreas aus, “Es soll ein Karneval im alten St. Paul stattfinden”. Boreas setzte einen Premierminister ein, um die Vorbereitungen in den Fürstentümern, Provinzen und königlichen Häusern des Reiches in St. Paul zu koordinieren.
Und so wurde zehn Tage lang in St. Paul mit viel Freude Karneval gefeiert, mit Schmausen, Tanzen, Vergnügen und Lustbarkeiten, unter der Hoheit des Boreas und der Schneekönigin, der schönsten Maid des Reiches, und den vier Winden, jeder begleitet von einer wunderschönen Prinzessin aus dem Reich des Boreas. Die fröhliche und temperamentvolle Klondike Kate trug zu den Festlichkeiten mit ihrer frechen, bezaubernde Stimme mit Liedern voller Sehnsucht und Gefühl bei.
Der Ältere König Winter, die Königin des Nordlands und ihr Hof steuerten ihren guten Willen und ihre Weisheit bei, während der jüngere König Frost und seine Königin der Schneeflocken mit ihrem Hofstaat die Feiern mit ihrer jugendlichen Ausgelassenheit die Stimmung der Festivitäten anhoben.
Am 10. Tag des Feierns stürmten Vulcanus Rex und seine Bande das prächtige Eisschloss und griffen die Königswache an. Auf Raten der Königin nahm Boreas im Interesse des Friedens und als Zeichen des guten Willens Abschied vom Volk in seiner Winterhauptstadt und kehrte wieder auf den Olymp zu den Göttern zurück.
Boreas und sein Hof freuten sich schon wieder auf die Zeit, wenn die Sommerwärme ihren Einfluss auf das Winterreich wieder aufgibt und frostige Winterstimmung herrscht.
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